Die „Innovation Fund Heat Auction 2026“ könnte Industrieunternehmen dabei helfen, die wirtschaftliche Lücke zwischen fossiler und sauberer Prozesswärme zu schließen. 

Rückblick auf die erste Auktion des Innovationsfonds für Wärme

Die erste Auktion des Innovationsfonds für Wärme, die im Dezember 2025 mit einem Budget von 1 Milliarde Euro gestartet wurde, führte einen EU-weiten Wettbewerbsmechanismus ein, der speziell darauf ausgerichtet ist, die Dekarbonisierung industrieller Prozesswärme zu unterstützen. Im Rahmen der Auktion gingen 85 Gebote ein, was eine starke und ermutigende Resonanz seitens der Industrie darstellt. 

Im Mai 2026 gab die Europäische Kommission bekannt, dass 65 Projekte in zehn europäischen Ländern für eine Förderung ausgewählt worden waren. Zusammen erhalten diese Projekte rund 400 Millionen Euro, um den Einsatz kohlenstoffarmer industrieller Wärmetechnologien zu beschleunigen.

In den ersten fünf Jahren ihres Betriebs sollen sie mehr als 16 TWh saubere Prozesswärme erzeugen und so zu erheblichen CO₂-Emissionsminderungen beitragen.

Die Industrie ist bereit

Industrieunternehmen sind bereit, in saubere Prozesswärme zu investieren.

 

Die Technologien entwickeln sich weiter

Elektrifizierung und Wärme aus erneuerbaren Energien werden wirtschaftlich rentabel.

 

Auktionen gewinnen zunehmend an Bedeutung

Wettbewerbsorientierte Auktionen entwickeln sich zu einem Instrument zur langfristigen Dekarbonisierung.

 

Innovationsfonds-Wärmeauktion 2026: Was wir bisher wissen 

Kernpunkt Aktueller Entwurf
Geplante Eröffnung Dezember 2026
Verfügbares Budget 1 Milliarde Euro
Zielgruppe Industrieunternehmen
Hauptziel Dekarbonisierung der industriellen Prozesswärme

 

 

 

 

 

 

 

Der aktuelle Entwurf sieht 700 Millionen Euro für Mitteltemperaturprojekte und 300 Millionen Euro für Hochtemperaturprojekte vor. Die Europäische Kommission rechnet damit, die endgültigen Bedingungen im Herbst 2026 zu veröffentlichen.

 

Welche Projekte kommen für die „Heat Auction“ in Frage? 

Die „Heat Auction“ des Innovationsfonds richtet sich an Unternehmen, die Prozesswärme aus fossilen Brennstoffen durch saubere Alternativen ersetzen möchten.

Zu den potenziell förderfähigen Technologien gehören: 

  • Industrielle Wärmepumpen
  • Elektrische Heizkessel
  • Elektrische Widerstandsheizung
  • Induktionserwärmung
  • Elektrische Schmelzöfen, Schmelzanlagen und Öfen
  • Elektrische Stoßwellenheizung
  • Plasmabrenner
  • Solarthermie
  • Geothermie
  • Kernwärme aus kleinen modularen Kernspaltungsreaktoren (SMRs)
  • Hybride industrielle Heizkonzepte

Projekte aus einer Vielzahl von Industriezweigen können in Frage kommen, darunter:

  • Lebensmittel und Getränke
  • Chemie
  • Papier
  • Metalle
  • Keramik und Glas
  • Textilien
  • Fertigung

Im Rahmen der Auktion werden Projekte anhand des beantragten Förderbetrags im Verhältnis zu den erwarteten Reduktionen der Treibhausgasemissionen bewertet. Damit werden kosteneffiziente Lösungen zur Dekarbonisierung belohnt.

 

Verbesserung der Wirtschaftlichkeit von Projekten

Die Auktion bietet eine leistungsabhängige Festprämie, die an die nachgewiesene Erzeugung von CO₂-freier Wärme für einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren gekoppelt ist.

Zwar senkt diese Förderung nicht die tatsächlichen Investitionskosten der Anlagen, doch hilft sie dabei, die wirtschaftliche Lücke zwischen fossiler Prozesswärme und förderfähigen Lösungen auf Basis von Strom, erneuerbaren Energien oder Kernenergie zu schließen. Dies kann die Finanzierbarkeit von Projekten stärken und endgültige Investitionsentscheidungen beschleunigen.

Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit

Der Ersatz fossiler Brennstoffe durch Strom oder Wärme aus erneuerbaren Energien verringert die Abhängigkeit von volatilen Energieträgermärkten und verbessert gleichzeitig die betriebliche Effizienz und die Nachhaltigkeitsbilanz.

Vorbereitung auf künftige Vorschriften

Die EU verschärft die Klimagesetzgebung kontinuierlich durch Instrumente wie das EU-Emissionshandelssystem (EU-EHS), die Energieeffizienzrichtlinie und den „Net-Zero Industry Act“.

Durch Investitionen heute können Unternehmen künftigen regulatorischen Anforderungen einen Schritt voraus sein.

Beschleunigen Sie Ihre Dekarbonisierungsstrategie

Durch die Finanzierung können Unternehmen Projekte früher umsetzen. Dies kann ihnen dabei helfen, ihre Klimaziele zu erreichen und gleichzeitig ihre Leistungen in den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung sowie ihre Marktposition zu stärken.

 

Warum sollten Unternehmen schon jetzt mit den Vorbereitungen beginnen?

Ein überzeugender Antrag erfordert mehr als nur eine Beschreibung der geplanten Technologie. Das Projekt muss technische, finanzielle und betriebliche Reife nachweisen.

Unternehmen sollten zunächst folgende Schritte unternehmen:

  • Identifizierung geeigneter Prozesswärmeanwendungen
  • Ermittlung der erforderlichen Kapazität und des erforderlichen Temperaturniveaus
  • Vergleich geeigneter Dekarbonisierungstechnologien
  • Schätzung der jährlichen Prozesswärmeproduktion
  • Berechnung der erwarteten CO-Einsparung
  • Entwicklung eines glaubwürdigen Finanzmodells
  • Einholung technischer Spezifikationen und Angebote von Lieferanten
  • Bewertung der Anforderungen an das Stromnetz und die Speicherkapazitäten
  • Ausarbeitung einer Genehmigungs- und Umsetzungsstrategie
  • Festlegung einer wettbewerbsfähigen Prämie und eines Gebotspreises


Die vorläufigen Bedingungen sehen außerdem eine Machbarkeitsstudie, einen Projektzeitplan sowie Nachweise zur Anlagenbeschaffung und Finanzierung vor. Von den ausgewählten Antragstellern wird erwartet, dass sie eine Fertigstellungsgarantie in Höhe von 6 % des maximalen Förderbetrags vorlege

 

So unterstützt EurA Ihre Bewerber bei der Wärmeauktion

Die Vorbereitung eines erfolgreichen Antrags für die Wärmeauktion des Innovationsfonds erfordert mehr als nur technisches Fachwissen. Sie erfordert eine klare Finanzierungsstrategie, einen überzeugenden Business Case und ein wettbewerbsfähiges Angebot.

Unser Team unterstützt Industrieunternehmen während des gesamten Prozesses, unter anderem bei:

  • Erste Eignungsprüfungen
  • Technologie- und Projektprüfung
  • Berechnungen zur CO-Reduzierung
  • Finanzielle und wirtschaftliche Modellierung
  • Entwicklung einer Angebotsstrategie
  • Erstellung des Antrags
  • Unterstützung bei der Einreichung
  • Kommunikation mit den Förderstellen

Ganz gleich, ob Ihr Projekt den Schwerpunkt auf industrielle Wärmepumpen, Elektrifizierung, erneuerbare Wärme oder integrierte Dekarbonisierungskonzepte legt – wir helfen Ihnen dabei, Ihre Investition so zu positionieren, dass sie die größtmöglichen Erfolgschancen hat.

 

Bereiten Sie Ihr Prozesswärmeprojekt vor

Die nächste Auktion des EU-Innovationsfonds für Wärme bietet Industrieunternehmen, die ihre Prozesswärme dekarbonisieren und gleichzeitig umfangreiche EU-Fördermittel sichern möchten, eine große Chance.

Unternehmen, die bereits jetzt mit den Vorbereitungen beginnen, sind am besten aufgestellt, wenn die Ausschreibung offiziell startet.

Warten Sie nicht, bis das Bewerbungsfenster geöffnet ist.

 

Durch frühzeitige Planung können Sie Ihr Projekt optimieren, Ihren Business Case stärken und eine wettbewerbsfähige Bietstrategie entwickeln, die Ihr Förderpotenzial maximiert.

 

Autor: Parisa Javadi-Marand

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Ich arbeite seit vielen Jahren als Projektmanagerin und Projektingenieurin in verschiedenen Branchen und unterstütze heute das internationale Förderteam der EurA AG. Mit einem Masterabschluss in Mechatronik, einem Bachelorabschluss in Elektronik sowie meiner Erfahrung in der Lehre zu Projektmanagement, Qualitätsmanagement und nachhaltiger Entwicklung verbinde ich technisches Know-how mit methodischer Kompetenz. In dieser Rolle berate ich Unternehmen und Forschungskonsortien bei der erfolgreichen Beantragung, Koordination und Umsetzung internationaler Förderprojekte. Es bereitet mir Freude, Innovationsvorhaben zu unterstützen und zu ihrem Erfolg beizutragen.
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