Raumfahrttechnologien finden längst nicht mehr nur im All Anwendung, sie begegnen uns im täglichen Leben häufiger, als vielen bewusst ist. Ob besonders widerstandsfähige Materialien, intelligente Sensorsysteme oder spezialisierte Software – zahlreiche Entwicklungen, die ursprünglich für den Einsatz im All entstanden sind, kommen inzwischen auch in der Medizintechnik, im Maschinenbau oder in der Mobilität zum Einsatz.

Genau hier setzt das ESA Spark Funding an. Das Förderprogramm der Europäischen Raumfahrtagentur ESA unterstützt Unternehmen dabei, Technologien aus der Raumfahrt in andere Branchen zu übertragen. Aber auch der umgekehrte Weg ist möglich: Technologien, die in Branchen außerhalb der Raumfahrt entwickelt wurden, in die Raumfahrt zu bringen.

Ein Geben und Nehmen: So profitiert die Raumfahrt von Innovationen aus anderen Branchen, während Unternehmen wiederum neue Geschäftsfelder in der Raumfahrt erschließen können.

Als zentrale Anlaufstelle begleitet der ESA Technology Broker Unternehmen von der ersten Projektidee über die Vermittlung geeigneter Technologiepartner bis hin zur Identifikation passender Fördermöglichkeiten. Ziel ist es, Innovationen schneller in marktfähige Produkte und Dienstleistungen zu überführen und den Technologietransfer zwischen Raumfahrt und Industrie zu beschleunigen.

 

 


+++ Wer ist der ESA Technology Broker? +++

Der ESA Technology Broker Germany ist Teil des Technologietransfer-Programms der Europäischen Raumfahrtagentur ESA. Er bringt Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Start-ups mit passenden Technologien und Partnern zusammen und unterstützt dabei, Innovationen aus der Raumfahrt in andere Branchen zu übertragen – oder umgekehrt. Darüber hinaus informiert der Technology Broker über Fördermöglichkeiten wie das ESA Spark Funding und begleitet Unternehmen von der ersten Idee bis zur Antragstellung.
Der deutsche Technologie-Broker ist die EurA AG zusammen mit der cesah GmbH. Sie führen diese Rolle im Auftrag der ESA aus.

 

 

Was steckt hinter dem ESA Spark Funding?

Innovationen entstehen oft dort, wo bestehende Technologien oder Wissen in einem neuen Zusammenhang genutzt werden. So entstehen aus Transfer-Innovationen neue Produkte und Verfahren, die Unternehmen und Gesellschaft nutzen. Genau diese Transfers fördert das ESA Spark Funding.

Im Fokus stehen Projekte, die bestehende Technologien weiterentwickeln und neue Absatzmärkte erschließen. Gefördert werden beispielsweise Machbarkeitsstudien, technische Anpassungen oder die Entwicklung erster Prototypen. 

Unterstützt werden Projekte in zwei Richtungen:

  • Spin-off: Technologien aus der Raumfahrt werden für Anwendungen auf der Erde weiterentwickelt.
  • Spin-in: Technologien aus anderen Industriebereichen werden für den Einsatz in der Raumfahrt angepasst.

 

Beispiele für Transfers, die in der Vergangenheit realisiert wurden:

  • Plasmatechnologie für die Wundheilung
  • Antimikrobielle Beschichtung für den Pflanzenbau
  • Reinraum-Technologie für Industrie und Krankenhäuser

 

Wer kann einen Antrag stellen?

Das Programm richtet sich an Unternehmen aller Größen und Branchen. Ein besonderer Fokus liegt auf kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), die innovative Produkte oder Verfahren entwickeln und neue Geschäftsfelder erschließen möchten. Forschungseinrichtungen können als Projektpartner eingebunden werden und ihre Expertise in die Entwicklung einbringen.

 

Was und in welcher Höhe wird gefördert?

Gefördert werden Transfer-Projekte mit einer Laufzeit von bis zu zwölf Monaten. Die Förderquote beträgt 75 %. Bei einem Projektvolumen von 80.000 € können Unternehmen somit einen Zuschuss von bis zu maximal 60.000 € erhalten.

Gefördert werden beispielsweise Projekte, die

  • Sensoren aus der Raumfahrt für medizinische Anwendungen nutzen,
  • neue Werkstoffe aus der Raumfahrt im Maschinenbau einsetzen,
  • Robotik- oder KI-Lösungen für Raumfahrtanwendungen weiterentwickeln oder
  • auf Basis bestehender Raumfahrttechnologien neue Produkte entwickeln.

     

Schlank, schnell, unkompliziert, so präsentiert sich das Förderprogramm. Umfangreiche Anträge sind nicht nötig, rund 10 Seiten reichen aus. Und auch danach geht es zügig weiter – schon wenige Wochen nach der Einreichung kann das Projekt starten.

 

Warum und für wen lohnt sich das Programm?

Oft steckt das Innovationspotenzial bereits im Unternehmen, nur der passende Anwendungsbereich fehlt noch. Genau hier setzt das ESA Spark Funding an. Es schafft finanzielle Freiräume, um neue Ideen zu testen und erste Entwicklungsschritte mit geringerem Risiko umzusetzen, und erleichtert so den Weg von der Idee bis zum ersten marktnahen Prototyp.

Darüber hinaus profitieren Unternehmen von folgenden Vorteilen:

  • Zuschüsse für Entwicklungs- und Anpassungsarbeiten,
  • Zugang zum Netzwerk und Know-how der ESA,
  • Unterstützung beim Technologietransfer sowie
  • bessere Chancen, neue Märkte zu erschließen.

Gerade für technologieorientierte Unternehmen und insbesondere KMU kann das ein wichtiger Impuls sein, um Innovationen schneller in die Praxis zu bringen und dadurch ihre Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu stärken.

 

So läuft die Antragstellung ab

Das ESA Spark Funding ist als Open Call organisiert, d.h. Unternehmen können ihre eigne Projektidee jederzeit einreichen. Mehrmals im Jahr werden die eingegangenen Anträge bewertet, der nächste Einreichungsschluss ist der 21. September 2026.

Neben dem Antrag selbst, werden die Antragsteller eingeladen, ihre Idee einem Expertengremium in einem Online-Pitch vorzustellen.

Für eine erfolgreiche Bewerbung sollte klar erkennbar sein,

    • worin die Innovation besteht,
    • wie der Technologietransfer umgesetzt wird,
    • welches Marktpotenzial das Vorhaben besitzt und
    • wie die Ergebnisse später wirtschaftlich genutzt werden sollen.

 

Welche Unterstützung Sie von uns als Technologiebroker erhalten

Die größte Herausforderung liegt häufig nicht in der Technologie selbst, sondern darin, das Innovationspotenzial überzeugend darzustellen. Förderprogramme stellen hohe Anforderungen an die Projektbeschreibung und an die wirtschaftliche Verwertung.
Genau hier erhalten Sie Unterstützung von unseren Experten. Gemeinsam mit Ihnen prüfen wir, ob das ESA Spark Funding zu Ihrem Vorhaben passt, entwickeln eine passende Förderstrategie und begleiten Sie bei der Antragstellung.
Auf Wunsch unterstützen wir Sie auch nach der Bewilligung – beispielsweise beim Projektmanagement oder bei der Fördermittelabrechnung. So können Sie sich auf die Entwicklung Ihrer Innovation konzentrieren, während wir Sie bei den administrativen Aufgaben entlasten.

 

Fazit

Das ESA Spark Funding eröffnet Unternehmen die Möglichkeit, Technologien über Branchengrenzen hinweg weiterzuentwickeln und innovative Ideen schneller in die Anwendung zu bringen. 
Gerade für KMU kann das Programm ein wichtiger Baustein sein, um technologische Entwicklungen mit überschaubarem Risiko voranzutreiben.
Wer sein Vorhaben frühzeitig strukturiert und die Anforderungen der Förderung berücksichtigt, schafft gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Antragstellung.
Weitere Informationen zum ESA Spark Funding finden Sie unter: SPARK FUNDING | ESA Tech-Broker

 

Text: Bärbel Deisting

Titelbild: KI-generiert

Dieser Inhalt wurde mit KI-Unterstützung erstellt und redaktionell geprüft. 

Bärbel Deisting

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Dipl.-Math Bärbel Deisting ist seit Oktober 2025 als Senior Managerin für Space Applications, Aerospace & Defence bei der EurA AG in München/Ottobrunn tätig. Ihren Weg dorthin nahm sie über die Wissenschaft: Sie studierte Mathematik an der LMU München und ist ausgebildete Mediatorin. Nach dem Studium war sie bei ISTA an der Universität der Bundeswehr München im Bereich zu Satellitennavigation tätig und in nationale & internationale Projekte eingebunden. Bis 2012 gehörte sie dem Organisationskomitee des Munich Satellite Navigation Summit an, und blieb diesem wie auch dem Munich Space Summit auch nach ihrem Weggang als Moderatorin verbunden. Danach wechselte sie als Bereichsleiterin für Raumfahrt und Raumfahrtanwendungen zu bavAIRia e.V. und baute dort den Bereich Raumfahrt und Raumfahrtanwendungen weiter aus. Bis zu ihrem Weggang war sie zudem deutsche ESA Business Applications Botschafterin. Neben ihrer Tätigkeit in internationalen Projekten, war sie Vizepräsidentin und Schatzmeisterin von NEREUS sowie Mitglied des wissenschaftlichen Komitees des NAVIS Centre in Hanoi, Vietnam. Zudem ist sie Mitglied des Steering Committee von Space4Geo.
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