- Lukas Trunck
- 28.09.26
- 3 min
- Fördermittelberatung, Forschungszulage, Für KMU,
Ihre Kontaktperson
Julian Seethaler
Die Deadline für den European Defence Fund (EDF), zu Deutsch auch bekannt als Europäischer Verteidigungsfonds (EVF), für 2026 ist mit dem 29. September vorbei. Doch es gilt: Nach der Deadline ist vor der Deadline. Jetzt ist der ideale Zeitpunkt, schon an die Einreichungsfrist 2027 zu denken und rechtzeitig mit den Vorbereitungen zu beginnen.
Die Projektidee zu konkretisieren, das Konsortium aufzubauen und den Antrag auszuarbeiten benötigt Zeit – und gerade im zunehmend umkämpften EDF-Umfeld ist ein früher Start entscheidend.
Für die nun zum Stichtag 29. September 2026 eingereichten Anträge werden die Ergebnisse voraussichtlich im März 2027 erwartet. Die EU gibt die ausgewählten Projekte typischerweise im darauffolgenden April öffentlich bekannt.
Für erfolgreiche Konsortien beginnt anschließend die Phase der Vertragsvorbereitung. Die Unterzeichnung der vertraglichen Fördervereinbarung („Grant Agreement“) mit der Europäischen Kommission, ist voraussichtlich für September bis Oktober 2027 vorgesehen. Mit dem eigentlichen Projektstart kann anschließend etwa im November oder Dezember 2027 gerechnet werden.
Für Unternehmen und Forschungseinrichtungen bedeutet das, dass zwischen Einreichung, Förderentscheidung und tatsächlichem Projektstart ein erheblicher Zeitraum liegt. Gleichzeitig läuft bereits die Vorbereitung auf die nächste Ausschreibungsrunde.
Der Wettbewerb um EDF-Fördermittel hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Während in den vergangenen Jahren eine große Steigerung der Zahl der eingereichten Anträge zu verzeichnen war, blieb die Zahl der geförderten Projekte in etwa gleich (vgl. Abbildung 1). So gingen z.B. im Jahr 2025 für die EDF-Ausschreibungen 410 Vorschläge ein, woraus 58 Projekte zu einer EU-Förderung von rund 1,07 Milliarden Euro ausgewählt wurden.
Insbesondere bei den themenoffenen („non-thematic“, NT) Förderaufrufen ist die Konkurrenz um die verfügbaren Mittel hoch, zumal der Budgetanteil für diese zuletzt weiterhin unter 10% betrug.

Abbildung: Anzahl Einreichungen und geförderte Projekte im Europäischen Verteidigungsfonds 2021 bis 2025 (Quelle: EDF Results Fact Sheets)
Für die Antragstellung ist es also entscheidend,
Der Antrag selbst wird damit zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor.
Der EDF wurde für den EU-Finanzrahmen 2021 bis 2027 eingerichtet. Die Ausschreibungsrunde 2027 wird damit die letzte innerhalb des EDF-Förderzeitraums sein.
Allerdings richtet die Politik bereits den Blick auf die Zeit danach. Für den nächsten Mehrjährigen Finanzrahmen (Multiannual Financial Framework, MFF) 2028–2034 hat die Europäische Kommission einen European Competitiveness Fund (ECF) vorgeschlagen. Der Vorschlag sieht innerhalb des ECF 131 Milliarden Euro für den Bereich Sicherheit, Verteidigung und Weltraum vor, was aber nicht mit einem „neuen EDF-Budget“ gleichzusetzen ist.
Die konkrete Ausgestaltung des MFF 2028–2034 und des ECF ist noch nicht endgültig beschlossen. Es lohnt sich, bereits jetzt die Förderlandschaft ab 2028 im Auge zu behalten, während der noch laufende EDF für 2027 eine konkrete und etablierte Fördermöglichkeit bietet.
Das konkrete EDF-Arbeitsprogramm für 2027 ist noch nicht final veröffentlicht. Dies wird voraussichtlich Ende 2026 geschehen. Fundamentale Änderungen gegenüber den bisherigen Arbeitsprogrammen 2021-2026 sind jedoch nicht zu erwarten. Das Budget wird mit dem Arbeitsprogramm veröffentlicht, aber angesichts der vergangenen Jahre ist eine Größenordnung von etwa einer Milliarde Euro wahrscheinlich. Die genaue Abgabefrist wird ebenfalls mit dem Arbeitsprogramm veröffentlicht und wird voraussichtlich zwischen Ende des dritten bis Anfang des vierten Quartals 2027 liegen.
Der EDF wird gemäß seiner grundsätzlichen Ausrichtung weiterhin Vorhaben in der Forschung & Entwicklung (F&E) bzw. Forschung & Technologie (F&T) fördern, unterteilt in das grundlegendere „Forschungsfenster“ (Research Actions, RA) und das „Entwicklungsfenster“ (Development Action, DA) mit höherer technischer Reife.
Maßnahmen zur Steigerung der Produktionskapazitäten der europäischen Verteidigungsindustrie werden hingegen in den Industrial Reinforcement Actions (IRA) im Rahmen des European Defence Industry Programme (EDIP) abgebildet.
Grundsätzlich gilt für EDF-Projekte weiterhin die Mindestanforderung, dass ein Konsortium aus mindestens drei unabhängigen Entitäten aus drei unterschiedlichen EU-Mitgliedstaaten oder EDF-assoziierten Ländern bestehen muss. In der Praxis sind erfolgreiche Konsortien allerdings häufig wesentlich größer. Wie die Ergebnisse So umfassten in der EDF-Runde 2025 die Projekte durchschnittlich 18 Entitäten aus neun Ländern.
Für Ausschreibungen im Bereich disruptive Technologien (DIS) gelten dabei reduzierte Mindestanforderungen an die Konsortialgröße. Auch die Möglichkeiten zur Einbindung ukrainischer Akteure wurden zuletzt erweitert, z.B. durch den sog. „Mini-Defence Omnibus“ 2025/2653.
Eine Entwicklung, die für kleinere und junge Unternehmen interessant ist, ist die stärkere Nutzung von Financial Support to Third Parties (FSTP), häufig auch als „Cascade Funding“ bezeichnet. Im Arbeitsprogramm 2026 wurde eingeführt, in allen EDF-Projekten als Option FSTP zu nutzen. Damit können ausgewählte EDF-Projekte wiederum finanzielle Unterstützung an KMU und Start-ups vergeben. Es handelt sich dabei allerdings nicht um eine Verpflichtung, dies in jedem EDF-Projekt zu nutzen.
Für innovative KMU und Start-ups eröffnet sich dadurch eine zusätzliche Möglichkeit, in europäische Verteidigungsprojekte einzusteigen. Die ersten Erfahrungen zeigen, dass dieses Instrument auf großes Interesse stößt: Der erste entsprechende FSTP-Subcall eines EDF-Projekts („MaJoR“) erhielt mehr als 200 Anträge.
Die Konsortialbildung ist häufig einer der aufwendigsten Schritte. Es kann komplex und langwierig sein, um Rollen, Verantwortlichkeiten und Beiträge der einzelnen Partner in internationalen Konsortien zur Zufriedenheit aller festzulegen. Entscheidend ist, die für das konkrete Vorhaben notwendigen Fähigkeiten möglichst vollständig und komplementär im Konsortium abzudecken und eine gute innereuropäische Zusammenarbeit zu demonstrieren.
Besonders frühzeitig muss auf eine Besonderheit geachtet werden, wenn eine Ausschreibung dem Entwicklungsfenster („Development Action“, DA) zugeordnet ist. Dann sind vom Konsortium zwei Letters of Intent (LOI) je eines nationalen Verteidigungsministeriums bei der Antragstellung einzureichen. Es gelten je nach beteiligtem Land eigene nationale Verfahren und Fristen. Diese liegen i.d.R. deutlich vor der eigentlichen EDF-Deadline, je nach Land liegen die Antragsfristen für LOI im Mai bis August.
Potenzielle Teilnehmende an einem Antrag zu einem DA-Vorhaben sollten also die entsprechenden nationalen Prozesse frühzeitig prüfen und anstoßen. Für die Teilnahme an Ausschreibungen im Forschungsfenster („Research Action“, RA) sind hingegen keine solchen LOI erforderlich.
EurA unterstützt Unternehmen und Forschungseinrichtungen dabei, aus einer Idee ein passendes europäisches Förderprojekt zu entwickeln, um einen erfolgreichen Markteintritt oder eine strategische Weiterentwicklung der Marktposition zu erleichtern.
Dabei kann EurA unter anderem unterstützen bei:
Gerade mit Blick auf die kommende EDF-Ausschreibungsrunde 2027 lohnt es sich, frühzeitig aktiv zu werden. Wer seine Projektidee bereits heute schärft, potenzielle Partner anspricht und die passende Förderlinie identifiziert, verschafft sich einen entscheidenden zeitlichen Vorsprung.
Sie möchten über unsere Unterstützungsangebote im Sicherheits- und Verteidigungsbereich erfahren?
Kontaktieren Sie uns! Wir freuen uns auf den Austausch und gemeinsame Innovationsprojekte!
Mehr Informationen finden Sie auf unserer Website: https://www.eura-ag.com/sicherheit-und-verteidigung
Autor: Julian Seethaler
Quellen und weiterführende Informationen:
Teile dieses Beitrags wurden mit KI-Unterstützung erstellt und redaktionell geprüft.
Ihre Kontaktperson
Julian Seethaler
EurA AG
T- 079619256-0Max-Eyth-Straße 2
73479 Ellwangen
info@eura-ag.com