Im Verpackungsbereich werden seit vielen Jahren vor allem synthetische Polymerfolien eingesetzt. Diese sind beim Schutz von Produkten, insbesondere von Lebensmitteln, weit verbreitet. Doch trotz ihrer Vorteile rücken in letzter Zeit auch die Nachteile von fossilbasierten Kunststoffprodukten, insbesondere von kurzlebigen Lebensmittelverpackungen, in den Fokus.

Recyclingfähige Folien aus nur einem einzigen Material


Das gravierendste Problem von Kunststofffolien ist die hohe Beständigkeit, wenn das Material in die Umwelt gelangt. Verunreinigte Strände und Meere sind nur einige der Folgen – Plastik gelangt mittlerweile über die Nahrungskette bis in den menschlichen Körper. Neben diesen Umwelt- und Gesundheitsproblemen ist auch der nachhaltige Einsatz von Ressourcen ein wichtiges Thema. 


Das Verbundprojekt MoBiLe zielt darauf ab, eine neuartige Folienverpackung zu entwickeln, bei der das Basismaterial chemisch gesehen nur aus einem einzigen Polymer besteht (=Monomaterial). Das Akronym „MoBiLe“ steht dabei für: Monomaterial-Barrierefolien mit herausragenden Recycling-Eigenschaften für Lebensmittel. Im Sinne des „Design for Recycling“ soll eine bestmögliche Recyclingfähigkeit und ein optimaler Produktschutz gewährleistet werden. Hierfür werden eigens hergestellte Polyolefin-Folien mit speziellen Beschichtungen bzw. Beschichtungsverfahren für Lebensmittelverpackungen mit hoher Barrierefunktion (ORMOCER®-Basis) entwickelt.

 

 

Über das Projekt MoBiLe

Laufzeit: Es startete 2023 und hat eine Laufzeit von drei Jahren.
Partner: Am Projekt sind acht Partner aus Industrie und Forschung in Deutschland beteiligt.
Förderung: Die Förderung des Vorhabens erfolgt aus Mitteln des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL).
Träger: Die Projektträgerschaft liegt bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) im Rahmen des Programms zur Innovationsförderung.
Koordination: Das Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC koordiniert das Projekt.
Rolle von EurA: Wir unterstützen das Forschungsprojekt und analysieren die Ökobilanz (Life Cycle Assessment).
 

 

Komplexe Anforderungen an Lebensmittelfolien

Die zu entwickelnde Folienverpackung soll komplexe Anforderungsprofile erfüllen, wie z.B. für eine Barriere gegenüber Sauerstoff, Wasserdampf, Schutz vor Aromaverlust sowie Kontamination mit Fremdstoffen sorgen. Die Untersuchung der Migration von Fremdsubstanzen, d.h. der Übergang von der Verpackung in das Produkt, ist ebenfalls Bestandteil des Projektes. Damit schaffen die Wissenschaftler eine Grundlage zur rechtlichen Bewertung des Themas „Einsatz von Recyclingmaterial in der Lebensmittelverpackung“.
 

Infografik zum Projekt MoBiLe: So werden nachhaltige Lebensmittelfolien entwickelt.


Ein weiterer wichtiger Aspekt des MoBiLe-Projekts ist die Untersuchung des Ressourceneinsatzes. Gerade im Bereich der Lebensmittelverpackungen ist es von großer Bedeutung, ressourcenschonende Lösungen zu finden, die dennoch den Anforderungen an den Produktschutz gerecht werden. Durch den Vergleich von Neuware und Recyclingmaterial sowie den Einsatz von unterschiedlichen Basismaterialien wie Polyethylen und Polypropylen wird eine fundierte Entscheidungsgrundlage geschaffen, um die ökologischen und ökonomischen Auswirkungen zu bewerten und die besten Ansätze für nachhaltige Verpackungslösungen zu ermitteln.

 

Unser Beitrag: die Analyse der Ökobilanz


Das MoBiLe-Projekt verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz, der nicht nur die technischen Aspekte der Verpackungsentwicklung berücksichtigt, sondern auch ökologische Gesichtspunkte einbezieht. 


EurA unterstützt das Projekt durch die Analyse der Ökobilanz nach DIN EN ISO 14040/14044, um die Nachhaltigkeit der Neuentwicklung entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu ermitteln und zu optimieren. Durch die Analyse der Ökobilanz können wir die Umweltauswirkungen verschiedener Szenarien und Varianten der Verpackungslösungen vergleichen. Dadurch erhalten wir fundierte Erkenntnisse über die Umweltauswirkungen der Verpackungen und können potenzielle Schwachstellen und Hotspots identifizieren und Handlungsempfehlungen abzuleiten. Wir arbeiten eng mit anderen Projektpartnern zusammen, um ganzheitliche Lösungen zu erarbeiten.


Wenn Sie mehr über unsere Arbeit im Rahmen des MoBiLe-Projekts erfahren möchten oder Fragen zur Analyse der Ökobilanz haben, stehen Ihnen unsere Experten gerne zur Verfügung.

 

Kombilogo BMEL mit Förderzusatz und Projektträger BLE - deutsch


Autor: Dr. Bassel Ibrahim

Dr. Bassel Ibrahim

Ihre Kontaktperson
Dr. Bassel Ibrahim

Sie wollen mehr über das Thema erfahren?

Seit etwa 25 Jahren begeistere ich mich für Innovation und Technologietransfer. Ich habe in Umwelttechnik und landwirtschaftlicher Verfahrenstechnik promoviert und bin seit Oktober 2022 bei EurA. Ich verfüge über Erfahrungen in den Bereichen erneuerbare Energien, Bioökonomie, Betriebswirtschaft und Geschäftsmodellentwicklung. Mein Hauptziel ist es, grüne Technologien und nachhaltige Produkte zu fördern. Aufgrund meiner fachlichen Fähigkeiten erkenne ich Innovationspotenziale und minimiere die Risiken im Entwicklungsprozess. Ich berate Kunden zu nationalen und internationalen Förderprogrammen, berechne Treibhausgasemissionen, leite Innovationsnetzwerke und führe Ökobilanzanalysen von Produkten, Dienstleistungen oder Prozessen über deren gesamten Lebenszyklus durch. Gerne beantworte ich Ihre Fragen von der Innovationsidee bis zur Vermarktung und unterstütze Sie bei der Bewertung der Nachhaltigkeit Ihrer Produkte.
chat-icon

EurA AG
Max-Eyth-Straße 2
73479 Ellwangen

T- 079619256-0
info@eura-ag.com