+++ Blogserie Innovation Fund (Teil 6) +++ Wesentlicher Bestandteil der Finanzplanung im Innovation Fund ist die Ermittlung der sogenannten relevanten Kosten. Die relevanten Kosten sind zusätzliche Kosten, die entstehen, wenn die neue, innovative Technologie angewendet wird, um Treibhausgasemissionen zu verringern oder zu vermeiden. Zu diesen Kosten zählen sogenannte Capital Expenditures (CAPEX), also Investitionskosten in die Produktionsanlage bzw. den Produktionsstandort sowie Operating Expenditures (OPEX), d. h. operative Ausgaben, die anfallen, wenn das Produkt hergestellt wird.

  +++ Unsere Blogserie zum Innovation Fund +++

Tools und Richtlinien für die relevanten Kosten

Das EU-Programm Innovation Fund fördert klimafreundliche Projekte mit bis zu 60 % der relevanten Kosten. Ein einzelnes Projekt kann dabei mit bis zu 40 Mio. Euro finanziert werden. Auch deshalb gelten strenge Vorgaben für die Kostenberechnung.

Die relevanten Kosten sind in einem vom Projektträger vorgegebenen Kalkulationstool zu berechnen (Financial Information File, FIF) und müssen den Leitlinien (Guidance on the Relevant Costs Methodology) entsprechen.

In diesem Zusammenhang ist ein detailliertes Finanzierungsmodell (Detailed Financial Model) einzureichen, welches die getroffenen Annahmen und Plandaten anhand von internen Kalkulationen und Dokumentationen stützt. Sowohl die Ermittlung der relevanten Kosten als auch das Detailed Financial Model werden bei positiver Projektbeurteilung nochmals von einem unabhängigen Wirtschaftsprüfer geprüft.

Berechnung der relevanten Kosten: Auf was sollte man achten?

Gerade bei der Berechnung der relevanten Kosten gibt es einige wichtige Punkte, die zu beachten sind. So dürfen lediglich Kosten berücksichtigt werden, die mit der Definition der relevanten Kosten durch den Projektträger im Einklang sind. Dazu gehören Investitionskosten, die im Zusammenhang mit der Entwicklung, dem Bau und der Inbetriebnahme des Projekts stehen, wie zum Beispiel Baukosten, Herstellung der Standortinfrastruktur, Entwicklungskosten für die Produktion, Kosten für immaterielle Vermögenswerte und Plankosten für unvorhersehbare Ereignisse.

Ist die Geschäftsaufnahme erfolgt, können weiterhin operative Kosten aus dem laufenden Betrieb berücksichtigt werden. Dazu zählen unter anderem Kosten für den Betrieb und die Wartung des Projekts, einschließlich Personalkosten, Energiekosten, Kosten für Leasing sowie Forschungs- und Entwicklungskosten, um die Innovation wettbewerbsfähig zu halten. In diesem Zusammenhang ist es besonders wichtig zu erwähnen, dass Forschungs- und Entwicklungskosten für das Produkt selbst nicht zu den relevanten Kosten zählen.

Weitere Angaben für eine realistischen Kostenkalkulation

Für eine realistische Berechnung der Fördersumme sollten weitere Angaben gemacht werden: 

Eine übergeordnete Bedeutung haben auch die Umsatzerlöse, die durch den Verkauf der innovativen Produkte erzielt werden. Diese werden in den ersten zehn Jahren von den relevanten Kosten abgezogen und nur, wenn die Umsatzerlöse die relevanten Kosten nicht übersteigen, ist eine Förderung überhaupt möglich.

Um zu vermeiden, dass die Förderung durch niedrige Umsätze und hohe Kosten in die Höhe getrieben wird, berücksichtigt der Projektträger auch Rentabilitätskennzahlen wie den Kapitalwert (Net Present Value) oder den internen Zinsfuß (Internal Rate of Return) des Projektes. Sind diese Kennzahlen zu niedrig (oder zu hoch) kann sich dies negativ auf die Beurteilung durch den Projektträger auswirken. Auch die Berechnung des gewichteten Gesamtkapitalkostensatzes (Weighted Average Cost of Capital = WACC) stellt die Antragsteller regelmäßig vor Probleme.

Zu guter Letzt spielt auch die Förderhöhe im Verhältnis zur eingesparten Menge CO2 eine wesentliche Rolle. Das sogenannte Cost Efficiency Ratio gibt an, wieviel Tonnen CO2 je Fördereuro eingespart werden. Dies erlaubt die Vergleichbarkeit von unterschiedlichen Projekten und ist ein zentrales Beurteilungskriterium im Innovation Fund.

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In den letzten Jahren haben wir umfangreiche Erfahrungen mit dem EU-Förderprogramm Innovation Fund gesammelt. Wenn Sie mehr erfahren möchten, kontaktieren Sie das EU-Fördermittel-Team von EurA. Wir helfen Ihnen gerne weiter!


 Text: Jan Bernlöhr

Jan Bernlöhr

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Ich habe einen M.Sc. in Business Management der Universität Würzburg. Seit 2018 arbeite ich bei EurA und bin seit 2020 Teamleiter für den Themenbereich Finanzierung. Vor meiner Tätigkeit bei EurA war ich mehrere Jahre als Senior Consultant mit dem Schwerpunkt Rechnungswesen und Controlling tätig. Ich war an mehreren Börsengängen beteiligt, wie Pieris Pharmaceuticals (2014), Windeln.de (2015) und Dermapharm AG (2018). Ich bin Spezialist für Finanzplanung, Businessplan-Erstellung und Investor-Relations-Management.
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